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Rosenheimer Solarförderverein

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Sanierung und Modernisierung

Altbauten weisen beim Energieverbrauch nicht nur das größte Verbesserungspotential auf, sie bilden auch die größte Gebäudegruppe. In Deutschland gibt es etwa 34 Mio. Wohnungen. Davon sind 29 Mio. Wohneinheiten älter als 25 Jahre. Nur 5 Mio. Wohnungen sind nach dem heutigen Stand der Technik bereits saniert worden, so dass derzeit ca. 24 Mio. Wohnungen in Deutschland sanierungsbedürftig sind! Verglichen mit dem Heizenergieverbrauch eines Gebäudes aus den 60er Jahren kommt ein Neubau aus dem Jahre 2000 mit 20 bis 30% der Heizenergie aus.

Besitzer von Altbauten wurden und werden mit steigenden Heizkostenrechnungen konfrontiert. Der Kaminkehrer weist darauf hin, dass der alte Heizkessel ausgetauscht werden muss. Die Bewohner beklagen sich über das ungemütliche Raumklima, über undichte Fenster und Zugluft in den Wintermonaten. Es wird eine relativ hohe Raumtemperatur benötigt, damit die Bewohner nicht frieren. Sie klagen oft über zu trockene Innenraumluft. Der Wert der in die Jahre gekommenen Immobilie schwindet. Deshalb sucht der Hausbesitzer nach einer Lösung, die Immobilie zu sanieren und für die Zukunft fit zu machen, aber wie?

Man spricht mit dem einen und dem anderen. In Fachzeitschriften wird von Förderprogrammen zur Energieeinsparung, von Thermografie und »Blower-door-Test« geschrieben. Bei Sanierungen sei es sinnvoll, auf eine Holz-Pelletsheizung umzustellen und auf die Fassade ein Wärmedämm-Verbundsystem aufzubringen. Schließlich werden kontrollierte Belüftungsanlagen angepriesen. Aber der Laie steht vor dem Problem, welches Sanierungskonzept für sein Haus angemessen ist. Es scheint sich ein Dschungel von Möglichkeiten aufzutun.

Statt Aktionismus und Einzelmaßnahmen ist es bei der Althaus- Modernisierung wichtig, dass energetisch aufeinander abgestimmte Verbesserungen aller notwendigen Gebäudeelemente, vom Dach bis zur Heizung, geplant und durchgeführt werden.

Vier Schritte zur energiebewussten Sanierung

  • Der erste Schritt besteht aus einer vollständigen Bestandsaufnahme für den notwendigen Gesamtaufwand: Außenwand, Dach, Boden, Fenster und Außentüren; Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung. Es wird dabei festgestellt, was alles zu tun ist. Daraus wird eine ganzheitliche Lösung erarbeitet. Im Rahmen der Energiesparberatung wird dieser erste Schritt sogar staatlich gefördert.

    Der Bericht der »Vor-Ort-Beratung« zeigt, auf welchem bautechnischen Stand sich der Altbau befindet. Es werden ver6 schiedene Möglichkeiten zur Energieeinsparung aufgezeigt. Die Verbesserung des Raumklimas mit mehr Behaglichkeit und Komfort werden dargestellt. Die vorgeschlagenen Möglichkeiten werden auch unter wirtschaftlichen Aspekten bewertet.

  • Als zweiter Schritt kann auf der Basis der »Vor-Ort-Beratung« geprüft werden, welche Möglichkeit dafür bestehen, ein zinsgünstiges Darlehen im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms der KfW- Bank zu erhalten. Diese KfW-Darlehen werden bei der Hausbank beantragt.
  • Als dritter Schritt ist es sinnvoll, die für die Sanierung notwendigen baulichen und haustechnischen Maßnahmen genau zu planen. Die damit verbundenen Baukosten sollten systematisch ermittelt werden.

    Wenn z. B. ein Dach nachträglich wärmegedämmt wird, muss unter Umständen ein Gerüst aufgestellt werden, sind die Dachrinnen zu demontieren und später wieder zu montieren.

    Für die Planung und Kostenermittlung sollte ein Architekt oder Ingenieur beauftragt werden. Nur dieser kann unabhängig ein ganzheitliches Sanierungskonzept für einen Altbau erarbeiten und die anfallenden Kosten berechnen.

    Denn bei einer Althaus-Sanierung geht es ja nicht nur allein um die Verringerung des Energieverbrauchs und Erhöhung des Komforts. Eine Sanierung eines Gebäudes ist auch eine Gelegenheit, die Gestaltung des Hauses zu verbessern. In diesem Zusammenhang können durch eine gute Planung zeitgemäße Wohnverhältnisse geschaffen werden. Meist sind die Sanitärräume beengt und nicht mehr zeitgemäß. Größere Fenster und Korrekturen an der Innenraumaufteilung können zu mehr Komfort und Großzügigkeit der Immobilie führen. Dies steigert zusätzlich den Wert und die Vermietbarkeit.

  • Der vierte Schritt ist die Durchführung der Althaus-Modernisierung. Es ist zu empfehlen, die verschiedenen Bauarbeiten der unterschiedlichen Handwerksgewerke von einem Baufachmann planen, ausschreiben, koordinieren und überwachen zu lassen. Eine unabhängige Ausführungsplanung und Überwachung der Sanierung erspart dem Bauherrn viel Ärger und möglicherweise so manche unangenehme Überraschung.

    Dadurch, dass der Architekt/Ingenieur alle notwendigen Sanierungsmaßnahmen ausschreibt, werden neutral beschriebene Leistungen erst vergleichbar und dadurch erhebliche Kosten eingespart. Die fachliche Überwachung der Bauarbeiten sichert die Qualität des Gesamtergebnisses. Denn eine Sanierungsbaustelle ist wesentlich komplexer und diffiziler als ein Neubauprojekt.

    Zahlreiche Ausführungsdetails müssen bei der Durchführung einer Althaus-Modernisierung bedacht und geprüft werden. Ein »Blower-door-Test« ist notwendig, um die Dichtigkeit der Gebäudehülle noch während der Baudurchführung zu testen.

    Evtl. Undichtigkeiten können noch beseitigt werden, so dass Kondenswasserschäden o.ä. während der Heizperiode von vornherein ausgeschlossen werden können.

    Die Abrechnungen aller Gewerke ist umfangreich und erfordert besondere Fachkenntnisse. Bauabnahmen zusammen mit einem Architekten/Ingenieur sichern die Ansprüche an die ausführenden Firmen.

Der Baukörper

Ein erfahrener und sensibler Planer wird bei einem sehr »zerklüfteten « Baukörper durch Zubauten wie wie Wintergärten, Verglasungen von Loggien, durch Wegnahme oder Ersatz von auskragenden, thermisch nicht getrennten Balkonen oder Vordächern erhebliche Verbesserungen schaffen. Durch die Schaffung neuer und die Vergrößerung vorhandener Öffnungen nach der Sonne können bessere Tageslichtverhältnisse und passive Solargewinne erzielt werden.

Wärme für Raum und Wasser

Die teilweise oder vollständige Erneuerung von Heizung und Warmwasserbereitung kann im Zuge von anstehenden Modernisierungsmaßnahmen sinnvoll sein.

Durch einen deutlich verringerten Heizenergiebedarf nach der Modernisierung wäre die alte Heizanlage in der Regel völlig überdimensioniert. Häufige Stillstandszeiten sind unwirtschaftlich und steigern den Schadstoffausstoß.

Moderne, technisch ausgereifte Anlagen für Holzpellets- und Hackschnitezlheizungen, aber auch Stückgutfeuerstätten und andere regenerative Energiequellen können meist problemlos in die vorhandene Hausinstallation eingebunden werden. Wichtig ist hierbei wieder, dass die Anlagentechnik in das Sanierungskonzept eingebunden ist, d.h. dass bei der Auslegung der Kessel, der Warmwasserbehälter, der Kollektoren, der Heizflächen und der Bevorratung der Wärmebedarf nach der Sanierung zugrunde gelegt wird.

Um den Heizwärmebedarf weiter zu senken, kann auch in sehr gut gedämmten Altbauten der Einsatz einer zentralen Lüftungsanlage mit oder ohne Wärmerückgewinnung weitere Einsparungen bringen. Allerdings stellt wegen der dafür notwendigen großen Leitungsquerschnitte der nachträgliche Einbau zentraler Anlagen ein großes Problem dar. Um dies zu umgehen, können auch dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung eingesetzt werden.

Die Einbeziehung regenerativer Energien (solarthermisch, photovoltaisch, nachwachsende Energieträger) im Altbaubestand ist je nach Gegebenheiten meist ebenso unproblematisch wie beim Neubau. Steht eine geeignete Dachfläche zur Verfügung, sind bei solarthermischen Anlagen keinerlei genehmigungsrechtliche Einschränkungen zu befürchten.

Solare Stromerzeugung

Die solare Stromerzeugung (Photovoltaik) unter Berücksichtigung der geltenden Vergütung eine interessante Möglichkeit alternativer Energiegewinnung dar. Im Zusammenhang mit einer ohnehin anstehenden Modernisierung sollte daher geprüft werden, ob nicht eine gut geeignete Dachfläche zur Verfügung steht.

Ist zudem die Dacheindeckung sowieso erneuerungsbedürftig, so kann zusätzlich zur Optimierung der Wärmedämmung des Daches auch der Einbau einer Photovoltaikanlage ohne große zusätzliche Kosten sinnvoll durchgeführt werden. Zu beachten ist dabei, dass die Anlage sich möglichst harmonisch in die Dachfläche einfügt. Selbst bei sehr großen Anlagen kann dies gelingen.

© Rosenheimer Solarförderverein e.V. 17.07.2011