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| Offener Brief: Maßnahmen zum Klimaschutz in RosenheimSehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, vor einiger Zeit hatten wir Sie angeschrieben und gebeten, in der Stadt Rosenheim einen konkreten Maßnahmenplan zur Umsetzung der auf europäischer und Bundesebene verbindlich vereinbarten Klimaschutzziele zu installieren. Mit dem heutigen Schreiben zeigen wir konkrete Schritte für diesen Aktionsplan der Stadt Rosenheim auf. Beim dritten und abschließenden Energiegipfel in Berlin im Juli 2007 haben Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wichtige Grundlagen für ein energie- und klimapolitisches Programm der Bundesregierung gelegt. Vor dem Hintergrund der für Unternehmen und private Haushalte gleichermaßen wichtigen Versorgungssicherheit bestand Einigkeit, dass die Diversifizierung der Energiequellen unter Nutzung auch heimischer Ressourcen, die Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung einen hohen Stellenwert haben. Die Bundesregierung wird nach der Sommerpause Eckpunkte für ein integriertes Energie- und Klimaprogramm mit einem konkreten Maßnahmenkatalog und einem klaren Fahrplan entwickeln. Die geplante Neuausrichtung der Energiepolitik in Deutschland mit einer verstärkten Dezentralisierung der Energieversorgung bietet den Kommunen die Chance einer größeren Unabhängigkeit von den vier großen, deutschen Energiekonzernen. Mit der energetischen Sanierung der kommunalen Liegenschaften, unterstützt durch staatliche Förderprogramme, können die laufenden Energiekosten der öffentlichen Gebäude erheblich gesenkt werden. Der Rosenheimer Solarförderverein e.V. sieht für die Stadt Rosenheim die Möglichkeit durch ein breit angelegtes Maßnahmenpaket wesentlich zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung beizutragen. Gleichzeitig wird durch die Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien die regionale Wertschöpfung gesteigert, zum Vorteil der Wirtschaft, der Bürger und der Stadt Rosenheim. Die Maßnahmen lassen sich unter den sechs folgenden Oberbegriffen bündeln:
Ausbau der kommunalen Energieproduktion bei steigender Energieeffizienz
Aufbau eines umfassenden kommunalen Energiemanagements
Entwicklung und Durchführung einer energiegerechten BauleitplanungDie energiegerecht Bauleitplanung umfasst die Ausnutzung solarer Energien (Solarstrom, Solarthermie, direkte Nutzung der Solarenergie durch entsprechend gestaltete Baukörper und Fassaden), die Möglichkeit der Festsetzung von Wärmebedarfswerten beim Verkauf von städtischen Flächen, sowie die umweltschonende Wärmeversorgung. Vorrangig soll der Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung geprüft werden. Gründung und Betrieb der Energieagentur Rosenheim und benachbarte Kommunen GmbHGesellschafter der GmbH sind die Stadt Rosenheim und die benachbarten Kommunen
die der Gesellschaft beitreten. Die Gesellschaft wird unterstützt von einem
Beirat, in den Fachleute der Fachhochschule und der Fachbetriebe aus dem
Rosenheimer Land berufen werden. Die Energieagentur berät und informiert die
Kommunen, das Gewerbe, die Dienstleistungsgesellschaften, die Land- und
Forstwirte, die Wohnungsbaugesellschaften und die Privathaushalte. Durch ein
breit gefächertes Beratungsangebot, Fortbildungsmaßnahmen, Informationsbroschüren
und Aktionen soll die Energieeffizienz gesteigert und die Energieproduktion in
Bürgerhand gefördert werden. In jährlichen Berichten werden die Fortschritte im
Energiebereich dargestellt. Beispielhaft ist hier die Klimaverträgliche Gestaltung des VerkehrsDer Verkehr trägt erheblich zu den gestiegenen CO2-Emissionen bei. Durch ein
umfassendes Mobilitätsmanagement können diese Emissionen im kommunalen Bereich
gesenkt werden. Das Mobilitätsmanagement strebt für alle Mobilitätsträger
gleiche Rechte an. Damit soll die duale Struktur mit einem überbewerteten
motorisierten Individualverkehr einerseits und dem öffentlichen
Personennahverkehr und dem Fußgänger- und Fahrradverkehr andererseits
überwunden werden. Das Umweltbundesamt gibt unter
Neue FinanzierungskonzepteDurch das Modell des "Einspar-Contracting" kann der Sanierungsstau bei den kommunalen Heizzentralen in kurzer Zeit abgebaut werden. Die Neugestaltung der Energiepolitik des Bundes wird die Entwicklung der Stadt Rosenheim und die örtliche Wirtschaft nachhaltig und positiv beeinflussen. Bürger mit eigenen Energieanlagen erzielen zusätzliche Einkommen und senken bei intelligenten Energiesparmaßnahmen ihre Ausgaben für Wärme und Strom. Die Rahmenbedingungen sind günstig, das Wissen und die Technik für mehr Effizienz und die Nutzung der Erneuerbaren Energien sind vorhanden, jetzt gilt es durch konsequentes Handeln die klimaschädlichen CO2-Emissionen zu senken. Durch qualifizierte Beratungsangebote und Fortbildungsmaßnahmen für Gewerbebetriebe und Privathaushalte kann die Stadt Rosenheim wesentlich zur Minderung der CO2-Emissionen beitragen. Mehr Infos zu Energiekonzepten deutscher Städte im Rosolar Infocenter . Wir erwarten von der Stadt Rosenheim, dass innerhalb kurzer Zeit
Mit sonnigen Grüßen Martin Winter D: Fraktionen der im Stadtrat vertretenen Parteien |
© Rosenheimer Solarförderverein e.V. 09.10.2008