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Die Mär von der RenaissanceWeltweit stehen Atomprojekte still Die Rolle der Atomkraft wird in den nächsten Jahren schrumpfen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Schweizer Prognos-Instituts, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wurde. Das Institut hat die internationalen Neubaupläne überprüft und sieht nur für einen Bruchteil der avisierten Vorhaben echte Realisierungschancen. „Wir erwarten bis 2030 keine Renaissance der Kernenergienutzung“, heißt es in der Studie. „Vielmehr werden die altersbedingten Abschaltungen dazu führen, dass die Zahl der Reaktoren, die installierte Leistung und die Stromerzeugung in Kernkraftwerken deutlich zurück geht.“ So werde die Zahl der weltweit betriebenen Kernkraftwerke bis zum Jahr 2030 um fast 30 Prozent sinken. Angesichts von Finanzierungsproblemen oder politischer Instabilität werde zugleich nur ein Drittel der geplanten Neubauten realisiert. Weltweit sind derzeit 436 Kernkraftwerke in Betrieb, im Schnitt sind sie schon jetzt 24 Jahre alt. Seit 2002 ist die Zahl der Reaktoren sogar rückläufig; damals waren noch 444 Reaktoren am Netz. Bei den vielen Bauvorhaben hingegen ruht vielerorts seit Jahren schon die Arbeit. Und dort, wo schon gebaut wird, türmen sich Probleme: In Finnland zum Beispiel, wo der französische Areva-Konzern den Prototyp seiner neuesten Reaktor-Baureihe aufstellen will. Doch beim Bau reiht sich Verzögerung an Verzögerung. Statt in diesem Jahr soll er nun erst 2012 in Betrieb gehen, und hinter den Kulissen drohen Bauherr und Baukonsortium einander wahlweise mit Milliarden-Klagen und Baustopp. Um 2,3 Milliarden Euro hat sich der Druckwasserreaktor inzwischen verteuert, und das muss nicht alles sein. Quelle. Süddeutsche Zeitung vom 14. Oktober 2009 |
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