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Deutsche Reaktoren sicher?

Acht alte Meiler für die ernsten Störfälle verantwortlich.

Die Betreiber behaupten gern vollmundig, alle Reaktoren in Deutschland gehörten zu den besten und sichersten der Welt. In mehreren Antworten an das Parlament hat aber die Bundesregierung bestätigt, dass es große Unterschiede bei der Sicherheit der Kernkraftwerke gibt.

Die neun jüngeren Kernkraftwerke wurden in den 1980er Jahren gebaut. Sie haben nach dem rot-grünen Ausstiegsbeschluss zusammen noch 77 Jahre Restlaufzeit. Bei jedem von ihnen hat es im Durchschnitt alle zwei Monate ein so genanntes meldepflichtiges Ereignis gegeben, also eine mehr oder weniger sicherheitsrelevante Störung.

Die acht älteren Meiler stammen mit einer Ausnahme aus den 1970er Jahren und haben weniger Sicherheitseinrichtungen. Die Pannenstatistik ist schlechter. Jedes dieser Kraftwerke hatte durchschnittlich jeden Monat ein meldepflichtiges Ereignis. Auf diese acht Meiler entfallen 79 der 85 Fälle, in denen Radioaktivität freigesetzt wurde, und alle sechs Fälle, in denen Grenzwerte überschritten wurden. Es handelt sich um Siedewasserreaktoren der „Baulinie 69“: Brunsbüttel, Isar-1, Philippsburg-1 und Krümmel. Hinzu kommen Druckwasserreaktoren der „Baulinie 2“: Biblis-A und –B, Neckarwestheim-1 und Unterweser. Sie haben zusammen 20 Jahre Restlaufzeit. Fünf der acht sind zurzeit abgeschaltet.

Diese älteren Reaktoren bergen etliche Sicherheitsrisiken, die auch durch Nachrüstung nicht oder kaum behoben werden können, wie Experten des zuständigen Bundesamts für Strahlenschutz feststellen. Dessen Präsident Wolfram König hatte daher 2007 die Stromkonzerne aufgefordert, diese Reaktoren vorzeitig vom Netz zu nehmen.

Hinzu kommt der fehlende Schutz vor abstürzenden Flugzeugen. Kein Kernkraftwerk in Deutschland ist vor dem gezielten Absturz eines Verkehrsflugzeuges geschützt.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 14. Oktober 2009

© Rosenheimer Solarförderverein e.V. 20.10.2009