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Stromlücke ist Stromlüge

Für eine sichere Stromversorgung braucht Deutschland weder längere Reaktorlaufzeiten noch zusätzliche Kohlemeiler.

Deutschland braucht für eine jederzeit und an jedem Ort sichere Stromversorgung weder Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken noch zusätzliche Kohlekraftwerksblöcke. Vielmehr können aus Altersgründen oder wegen des gesetzlich festgelegten Atomausstiegs stillgelegte Großkraftwerke bis 2020 durch den – von allen Bundestags-Parteien gewünschten- Ausbau der Erneuerbaren Energien und neue flexible Gaskraftwerke ersetzt werden. Das geht aus dem aktuellen Zwischenbericht einer vom Bundesministerium geförderten Energiestudie des Solar-Instituts Jülich und der Fachhochschule Aachen hervor.

Das neue Gutachten entlarvt das Gerede von der drohenden Stromlücke endgültig als interessengeleitete Stromlüge der Atomkonzerne, erklärte der DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Das Festhalten an unflexiblen Großkraftwerken auf Basis von Kohle oder Atomkraft erschwert zunehmend den von der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger gewünschten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Der naturgemäß unstet anfallende Strom aus Wind und Sonne kann nur dann wirksam integriert werden, wenn flexible, schnell regelbare Kraftwerke den Ausgleich zwischen schwankenden Strombedarf und dem ebenfalls schwankenden Stromangebot schaffen. Für eine Übergangszeit sind dazu mehr flexible Gaskraftwerke notwendig, später können Stromspeicher und ein internationaler Stromverbund für den notwendigen Ausgleich sorgen.

Das Hauptrisiko für die Entwicklung einer zukunftsfesten und klimaschonenden Stromerzeugung entsteht dann, wenn verlängerte Reaktorlaufzeiten und neue Kohlekraftwerke den Systemkonflikt zwischen neuen und alten Energietechnologien anheizen. Die Parole vom gesunden Strommix aus Uran, Kohle und Erneuerbaren ist genauso verlogen, wie es die von den Erneuerbaren als Nischentechnologie war. Ab sofort geht es nicht mehr um Sowohl-als-auch, sondern um Entweder-Oder.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe 2009

© Rosenheimer Solarförderverein e.V. 20.10.2009